"Gastarbeiter, Gangsta-Rapper, Keupstraße und der NSU" - eine multimediale Lesung

gangstaraperAm 9. Juni 2004 erschütterte ein Bombenanschlag ganz in der Nähe des Rhein-Gymnasiums die Republik. Die rassistische Terrorzelle NSU hatte eine Nagelbombe auf der Keupstraße explodieren lassen. Viele Menschen wurden verletzt, einige sind bis heute traumatisiert. Lange verdächtigte die Polizei Anwohner der Straße als Täter. Was das alles mit Migration, HipHop, Empowerment und mit unserer Schule zu tun hat, erklären uns die Rapper und Buchautoren Kutlu Yurtseven, Murat Güngör und Hannes Loh.
Murat Güngör (u.a. Rapper, Mitbegründer des antirassistischen Netzwerks „Kanak Attak“), Hannes Loh (u.a. „Anarchist Academy“, Musik-Journalist, Autor) und Kutlu Yurtseven (u.a. „Microphone Mafia“, Schauspieler) gehen in ihrer multimediale Lesung mit anschließender Diskussion der Frage nach, in welcher Weise der Gangsta-Rap in Deutschland von Migrationserfahrungen, Marginalisierung und der daraus erwachsenden Konzepte der Selbstermächtigung beeinflusst wurde.
Kutlu Yurtseven wurde 1973 in Porz am Rhein geboren und lebt seit 42 Jahren auf der rechten Seite des Rheins. Während seines Abiturs gründete er 1989 die Rap-Band "Microphone Mafia". Seit 2013 arbeitet er als Ganztagskoordinator an drei städtischen Schulen in Hilden und rief 2007 das erfolgreiche Projekt "Bejarano & Microphone Mafia" ins Leben, in dem die "Microphone Mafia" gemeinsam mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano musikalische und moderne Erinnerungsarbeit leistet. Als politisch aktiver Mensch ist er Leiter und Organisator von Jugendprojekten und sozialen Projekten. In Nuran David Calis' Inszenierung DIE LÜCKE teilt er seine Erfahrungen mit dem Nagelbombenanschlag in der Keupstraße. Außerdem ist er Mitbegründer der Initiative "Keupstraße ist überall".
„Fear of a Kanak Planet“ heißt das Buch von Murat Güngör und Hannes Loh, womit sie eine Debatte über Hip-Hop, Migration, Rassismus und Verantwortung angestoßen haben. In dieser Veranstaltung, die sie zusammen mit Kutlu Yurtseven in der Aula des Rhein-Gymnasiums durchführen werden, präsentieren sie eine Menge Klang- und Textbeispiele, beschäftigen sich mit dem Phänomen des Gangsta-Raps und bringen die Entwicklung von HipHop in Deutschland in Verbindung mit den kulturellen Empowerment-Strategien der ersten Generation von Einwanderern in die BRD.
Karten sind an der Abendkasse erhältlich: 5,- Euro, ermäßigt 3,- Euro (Einlass: 18:30, Beginn: 19:00 Uhr)

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