Grundlegendes

Der wohl wichtigste deutsche Philosoph, Immanuel Kant, meint, dass die Philosophie sich vor allem mit vier Fragen beschäftigt:

  1. Was kann ich wissen?
  2. Was soll ich tun?
  3. Was darf ich hoffen?
  4. Was ist der Mensch?

Die Philosophie versucht, allgemeingültige Antworten auf diese Fragen zu finden oder zumindest zu klären, welche Problem entstehen, wenn man versucht, diese Fragen allgemeingültig zu beantworten.

Im Lehrplan NRW für die Sek. II ist die Aufgabe folgendermaßen formuliert: „Die Philosophie erhebt den Anspruch, zeit- und kulturunveränderliche Prinzipien des Seins, des Denkens und des Handelns argumentativ zu entwickeln und Sinnentwürfe menschlicher Existenz zu begründen.“
Es geht also nicht nur um den Austausch von unterschiedlichen Meinungen, sondern darum diese möglichst widerspruchsfrei zu begründen und so zu Prinzipien zu kommen, die den Unterschieden zu Grund liegen und aus denen sich diese erklären lassen. Wir versuchen im Unterricht erst einmal selber zu denken und uns mit den Gedanken unserer Mitschüler auseinander zu setzen. Dabei stellen wir immer wieder fest, die eigenen Gedanken klar zu formulieren und die Gedanken anderer zu verstehen. Wenn wir zu allgemeingültigen Antworten kommen wollen, müssen wir uns von den eigenen konkreten Erfahrungen lösen. Das Denken wird notwendig abstrakt, d.h. abgelöst von den eigenen konkreten Erfahrungen. Die Philosophie versucht allgemeine Begriffe zu finden, auf die sich die verschiedenen unterschiedlichen Erfahrungen und Denkweisen bringen lassen. Die Begriffe unterscheiden sich von den in der alltäglichen Konversation gebrauchten Wörtern dadurch, dass sie in einem bestimmten Zusammenhang mit anderen Begriffen stehen. In der Philosophie geht es also auch immer um den Zusammenhang aller Begriffe und Wissensbereiche. Der Philosophieunterricht an der Schule hat deshalb auch die Aufgabe, den Zusammenhang der verschiedenen Fächer zu bedenken und wird immer wieder auf Kenntnisse im naturwissenschaftlichen, im sprachlichen und im gesellschaftlichen Aufgabenfeld zurückgreifen müssen. Wir werden sehr schnell feststellen, dass wir dieser riesigen Aufgabe nur mit Selberdenken nicht gewachsen sind und damit nicht allzu weit kommen. Weiter kommen wir, wenn wir uns mit den Versuchen großer Denker beschäftigen, die diese Aufgabe in heute noch maßgeblicher Weise gelöst haben, obwohl ihre Werke vielleicht schon über zweitausend Jahre alt sind. Wenn man sich der Mühe der oft schwierigen Lektüre unterzieht, wird man feststellen, dass es sich lohnt. Wir erhalten Einblick in die Geschichte des Geistes und werden eingeführt in ein Gespräch über Generationen, in der die Argumente, Gedankengänge und Fragen von längst verstorbenen Menschen ernst genommen werden, wie wohl nirgendwo sonst. Oft werden wir aber auch feststellen, dass die Antworten auf die großen Fragen offen bleiben oder in Aporien führen. Die Leistung dieser Denker besteht also weniger darin, eine Lösung für diese Fragen zu finden, sondern darin, die Schwierigkeiten in der Beantwortung der Fragen aufzuzeigen. Das regt dann wiederum an zum Selberdenken und Weitersuchen.

Philosophie findet am Rheingymnasium z.Z. in Klasse 9 und 10 als Praktische Philosophie und in 11 bis 13 als Fach Philosophie statt. Schüler und Schülerinnen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, müssen Praktische Philosophie bzw. Philosophie wählen. In 11-bis 13 können auch Schüler und Schülerinnen, die am Religionsunterricht teilnehmen, zusätzlich Philosophie wählen.

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