Musikleben am Rhein-Gymnasium im Wandel der letzten 25 Jahre

Zentrale Themen:

  • Der Fachbereich Musik mit seinen Räumen und Materialien
  • Die Fachlehrer
  • Orchester, Chor und Keyboard-AG
  • Außerschulische Projekte
  • Musikalische Highlights
Die Ausstattung des Musikbereiches

Der Fachbereich Musik besitzt heute einen eigenen Trakt, welcher immerhin aus vier Räumen besteht (Nr. 218-221). Drei dieser Räume sind für den eigentlichen Unterricht bestimmt, und ein kleiner Raum dient zur Aufbewahrung des Materials (Noten, Instrumente, CDs und Bücher). Diese Situation war nicht immer vorhanden. Noch vor zwölf Jahren befand sich zwischen dem heutigen Keyboardstudio und dem großen Musiksaal ein normaler Klassenraum. Wenn dort Mathematik, Englisch oder Deutsch unterrichtet wurde, bekamen die Stunden sogar noch die passende (oder eher unpassende) musikalische Untermalung. Leider bot der große Musikraum 221 bis Dezember 2004 eine schlechte Akustik, was nun durch den besonderen Einsatz von Frau Grabbe-Vollmert und durch erhebliche bauliche Maßnahmen (Einziehung einer Zwischendecke) ganz entscheidend korrigiert werden konnte.
Im Laufe der letzten Jahre wurde die Ausstattung weitestgehend aktualisiert. Neben den klassischen Instrumenten (Klavier/Flügel, Orff-Instrumente, Pauken) gibt es jetzt in jedem Raum natürlich eine Stereo-Anlage mit CD-Player (zum Teil mit TV, Videorecorder und DVD-Player). Für die Optik sorgen Plakatleisten und für die notwendige Verdunklung neue Vorhänge. Der Musiksaal 221 ist gleichzeitig Probenraum für Chor und Orchester. Eine Besonderheit unter den Kölner Schulen stellt unser Keyboard-Studio mit 34 Instrumenten dar, in dem vor allem die jüngeren Schüler direkten Zugang zur Musikpraxis finden.
Bereits bei Herrn Nagel und Herrn Wiedebusch (also zwischen 1965 und 1992) war die Ausstattung mit Partituren, Büchern und Instrumenten ausgezeichnet. Es standen fast alle Orchesterinstrumente mindestens einmal für die Ausleihe an interessierte Schüler oder zur Nutzung im Unterricht zur Verfügung. Außer Horn, Saxophon und Kontrabass sind im Moment keine Instrumente an Schüler ausgeliehen, da die Nachfrage leider nachgelassen hat und außerdem die Musikschulen das Ausleihen von Instrumenten anbieten (und auch die Pflege der Instrumente übernehmen). Die Anschaffung aktueller Lehrbücher (wobei veraltete schonungslos Platz machen mussten) und neuer Medien hat dazu geführt, dass der Raum 220 nahezu überquillt, vor allem wenn freitags die Orchesterspieler ihre Instrumente „zwischenlagern“ wollen.

Die Musiklehrer der letzten 25 Jahre

Bis zum Jahre 1990 bzw. 1992 vertraten Herr Hans-Dieter Wiedebusch und Herr Diether Nagel den Fachbereich Musik. Herr Nagel betreute darüber hinaus sehr erfolgreich eine Theater-AG, deren Aufführungen in den 80er Jahren („Amadeus“ und „Figaros Hochzeit“) noch in bester Erinnerung sind. Frau Ursula Grabbe-Vollmert und Herr Rainer Prinz sind seitdem für die Musik am Rhein-Gymnasium verantwortlich. Beide haben als zweites Unterrichtsfach Französisch, sind aber natürlich überwiegend im Mangelfach Musik eingesetzt. Frau Grabbe-Vollmert ist für die Betreuung des Keyboard-Studios zuständig und leitet regelmäßig eine Keyboard-AG; die Chor- und Orchesterarbeit liegt in den Händen von Herrn Prinz.

Orchester am Rhein-Gymnasium

Das Schulorchester hat eine lange Tradition am Rhein-Gymnasium. Schon zu der Zeit Herrn Nagels wurde ein Orchester gebildet, und weitestgehend alle Instrumentengruppen waren mehr oder minder zahlreich und meist gut besetzt. Bis heute hat das Orchester immer wieder neue Spieler dazu gewonnen, viele aber auch durch Entlassung nach dem Abitur verloren. Mit kleinen Unterbrechungen fanden die alljährlichen Konzerte aber bis heute statt.

Ein Blick zurück: Wir schreiben das Jahr 1993, das stark geschrumpfte Orchester schlüpft mit zunächst fünf Spielern ganz frisch und neu aus dem Ei. Zwei weitere stoßen sehr bald dazu. Die sieben Musiker (drei Streicher und vier Bläser) wollen das Orchester unter der Leitung von Herrn Prinz wieder aufbauen und die Arbeit an diesem Projekt fördern.
Doch genau wie noch heute kommen zum Orchester Spieler anderer Schulen (Genoveva-Gymnasium, Hölderlin-Gymnasium, Gymnasium Thusneldastraße, Ursulinenschule, Humboldt-Gymnasium) hinzu und beteiligen sich an der Arbeit. 1994 findet das erste größere Konzert des Orchesters – zusammen mit dem Lessing-Gymnasium aus Porz-Zündorf – statt, und man reist sogar zu einer „Minitournee“ nach England. Bereits 1995 spielt dann auch die kleine Schar auf der Abiturfeier. Es wird ein Erfolg, und man beschließt, ein jährliches Weihnachtskonzert zu geben, wobei ein Gemeinschaftsorchester mit dem Gymnasium Nippes gebildet werden soll. Diese Kooperation, geboren aus den familiären Banden der Familie Prinz, erweist sich als Knüller und stützt seither die Orchesterarbeit.
Das erste „weltliche“ Konzert mit dem Titel „Kontraste“ (20.März 1996) enthielt Werke von Cavalli, Telemann, Vangelis, Bernstein, Mozart und Beethoven. Einer der Höhepunkte war Herr Schüller als stummer Pianist und ein Orchester aus 30 Metronomen. „Musik quer Beet“ hieß das Konzertmotto im Jahre 1998, wo am 20.März in unserer Aula Stücke von Mozart, Lloyd Webber („Jesus Christ Superstar“) und Bartok erklangen, dazu Spirituals und eine besonders umjubelte Parodie auf Grönemeyers „Männer“ (Lehrer sorgen für – RUUUHE). 1999 lieferte die KVB das Motto „Von Mülheim über Nippes nach New York“ für ein Konzert, das den Zuhörer aus Europa in die Neue Welt entführte und zum ersten Mal Töne mit optischen Reizen koppelte. Im Jahr 2000 gab es mit der Verabschiedung von Herrn OStD Wolf und der Aufführung der Zauberflöte (mit von Lehrern gestalteten Sprechrollen) gleich zwei Highlights; Bühnenbilder der Klasse 10a und Szenen aus dem Bergman-Film ergänzten sehr stimmungsvoll. Das Weihnachtskonzert vom 14. Dezember 2001 („Von Engeln im Klangraum“) präsentierte eine Reise über Böhmen, Sachsen und Italien nach Russland, wiederum unterstützt durch Filmausschnitte.

Doch unwiderruflich brachte das Jahr 2002 die Highlights für unser Orchester. Zunächst gestalteten die Musiker einen Festakt im Kölner Rathaus (7. Oktober). Am 27. November folgte dann in unserer Aula die Aufführung des „Nussknackers“ von Peter Tschaikowsky mit Ballett – und ganz live. Die vielen Zuhörer und Zuschauer und auch die Mitwirkenden selbst waren davon begeistert. Zum einen hatte das Ballett CADANSE und zum anderen das Orchester viel Arbeit in diese Aufführung gesteckt, und man war sehr froh, dass alles wie geprobt und teilweise sogar besser klappte. Im März 2004 schließlich wurde die Ballettaufführung anlässlich des 100jährigen Bestehens des Gymnasiums Nippes noch einmal aufgeführt.
Für das laufende Schuljahr gibt es ein neues Großprojekt. „Movie – Motion – Music goes Hollywood“ präsentiert Vokal- und Instrumentalmusik mit akustischen und optischen Höhepunkten aus der Filmszene. Die Konzerte sind für den 17. Dezember 2004 und den 11. März 2005 vorgesehen (und werden daher zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Schrift bereits stattgefunden haben).
Das Orchester hat also eine lange Tradition, auch wenn heutzutage nicht mehr alle Instrumente vertreten sein können und dafür nicht so typische Instrumente dazugekommen sind. Dennoch ist es aus dem jährlichen Terminkalender der Schule nicht weg zu denken. Das Orchester und mit ihm die Idee der modernen multimedial gestalteten Konzerte haben sich fest etabliert, und die regelmäßigen Konzertabende werden jedesmal sehr gut besucht.
Bleibt nur zu hoffen, dass es noch lange viele engagierte Schüler geben wird, die diese wichtige Sache aktiv unterstützen.

Die Entwicklung der Chorarbeit

Vor 25 Jahren gab es natürlich bereits einen Schulchor. Damals waren aus allen Klassen und Stufen Schülerinnen und Schüler beteiligt, und die Sängerschar wirkte bei Konzerten und anderen Festivitäten mit. Herrn Prinz gelang es seit 1993, aus dem „Chörchen“ unter Einbeziehung einzelner sangesfreudiger Eltern und Kollegen ein stattliches Collegium vocale zu formen. Dieser Kammerchor konnte bis 2001 erhalten werden; danach erfolgte ein Neustart mit den jüngsten Gymnasiasten. Aktuell besteht dieser Chor der Klassen 5 bis 7 aus etwa 25 Sängerinnen und Sängern, die sehr große Freude am Singen haben und dies auch gern unter Beweis stellen. Dabei werden Lieder verschiedenster Art vorgetragen wie etwa

  • Gospels und Spirituals
  • Gesänge zu Weihnachten
  • Kanons
  • Populäre Songs
  • Nummern aus Musicals und Filmmusiken

Unter der Leitung von Frau Grabbe-Vollmert kam es im Juni 1994 zu einer denkwürdigen Aufführung des Musicals „Florian auf der Wolke“ mit immerhin etwa 80 Mitwirkenden. Seitdem treten auch ganze Klassen (oder auch gleich mehrere) als Chor bei den alljährlichen Weihnachtsfei

Die Chorarbeit ist aus den verschiedensten Gründen sehr nützlich. Zunächst dient sie dem Verständnis der Musiktheorie. Es fällt Schülern leichter, Tonfolgen zu erkennen und sogar nachzusingen. Dabei entwickeln sie ein Gefühl für Klang, Balance und Stimmmischung. Sie können sich so leichter in die Theorie einfinden und ihr praktisch oder theoretisch erworbenes Wissen unmittelbar anwenden.
Durch das Singen werden auch viele Partien des Körpers beansprucht und ausgebildet. Zum einen wäre da die Erweiterung der Lungenkapilaren; auch eine spezielle Atemtechnik wird erlernt. Auf der anderen Seite werden Resonanzräume erschlossen, wodurch die Kraft der Singstimme entscheidend zu steigern ist.

Ein dritter Aspekt ist die allgemeine Bildung der Stimme und Aussprache. Man spricht Worte deutlicher aus, damit die Zuhörer auch verstehen, wovon der Text handelt. Dieses wirkt sich auf die tägliche Aussprache aus; die Sprechstimme wird kräftiger und verändert mit der Zeit ihren Klangcharakter.
Das Singen hat aber nicht nur Einflüsse auf den Körper, sondern auch auf das soziale Verhalten. Es fördert die Gemeinschaft zwischen Schülerinnen und Schüler. Ein Chor kann nämlich nur dann ein guter Chor sein, wenn jedes Mitglied sich in die Gruppe einbringt und ein Stück Verantwortung übernimmt. Der einzelne Schüler wird also „teamfähiger“ und lernt sich in eine Gruppe zu integrieren.
Doch das Singen im Chor ist bei heutigen Schülern nicht mehr so populär. Ein Grund ist der Aufwand nach dem Unterricht, denn Proben beanspruchen auf lange Sicht hin viel Zeit. Zum anderen ist es in unserer Kinder- und Jugendkultur nicht gerade gern gesehen. Es steigert nicht das Prestige; im Gegenteil, es mindert das Ansehen einer Schülerin oder eines Schülers, die sich außerhalb der Schule einsetzen. Doch laut Prognosen scheint es eine Rückbewegung zu geben, und mehr Schülerinnen und Schüler engagieren sich wieder in der Chorarbeit.

Außerschulische Projekte

Neben der Keyboard-AG, dem Chor und dem Orchester hat der Fachbereich Musik noch regelmäßig viele weitere – und sehr attraktive – außerunterrichtliche Angebote im Programm.
So können seit 1998 Schüler unserer Schule ein Schulabonnement erwerben, angeboten von den Bühnen der Stadt Köln. Darin sind für 25 Euro drei Opernbesuche und ein Schauspielhausbesuch enthalten. Man muss hinzufügen, dass es sich manchmal um Plätze der teuersten Preiskategorie handelt. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Besichtigung des Schauspiel- und Opernhauses; Materialien zur Vorbereitung der Aufführungen werden ebenfalls bereitgestellt. Von diesem Angebot machen jährlich bis zu 55 Schüler Gebrauch; sie kommen so in den Genuss von Werken in der Oper wie: R. Strauss – Der Rosenkavalier, G. Donizetti – Der Liebestrank oder W. A. Mozarts Don Giovanni. Auch das Schauspielhaus hat mit Shakespeares „Othello“ oder Schillers „Kabale und Liebe“ attraktive Stücke im Programm.
Neben diesem Projekt können die Schüler noch ein weiteres Abonnement erwerben. Seit der Saison 2003/04 gibt es die Abos der WDR 5-Jugendkonzerte (für 20 Euro). Dort kann man nicht nur vier Sinfoniekonzerte sondern auch ein Konzert der WDR-Big Band genießen. Zuletzt wurde dieses Abo-Angebot von 25 Schülern wahrgenommen.
Ein weiteres und einmaliges Highlight durfte 2003 unser Schulorchester erleben, als man dem Gürzenich-Orchester bei der Generalprobe (quasi als Special Guests) in die Noten blicken durfte. Im Oktober des letzten Jahres erhielt die damalige 6d eine Einladung für das Konzert des Freiburger Barock-Orchesters, und Schüler der Oberstufe konnten sich im Sendesaal des WDR für eine ganz andere Art der klassischen Musik begeistern, mit sogenannter „Neuer Musik“. Zur Vorbereitung der Konzerte erhält das Rhein-Gymnasium außerdem schon seit Jahren regelmäßigen Besuch von professionellen Musikern, eine ganz willkommene Abwechslung im unterrichtlichen Alltag.
Schließlich gibt es seit 2001 – quasi als Ergänzung zur Keyboard-AG – instrumentalen Einzelunterricht am Nachmittag, der von zehn Schülern genutzt wird bzw. wurde (6 Violine, 2 Klarinette und 2 Schlagzeug).

Musikalische Highlights: Gastspiele a-cappella – Nr.1 „Wise Guys“

Am 25. April 1997 begeisterten sie das erste Mal die „rappelvolle“ Aula des Rheingymnasiums. Mit einer Mischung aus traditionellem a-cappella-Gesang und sehr persönlich gefärbter Versionen aus bekannten Hits bis hin zu Rap, Funk und Vocal Techno ohne jegliche instrumentale Begleitung trat das Quintett in unserer Aula auf. Die Rede ist (natürlich) von den Wise Guys. Einer der prominenten King’s Singers hatte die Band als „one of the most entertaining a-cappella groups I have ever heard“ charakterisiert.
Nach dem großen Erfolg von 1997 verzauberten die Jungs nun am 13. November 1998 erneut mit ihrer Stimmkultur und brillanten Texten das Mülheimer Publikum.
Die überschäumende Begeisterung im Saal nach den Wise Guys-Hits wie „Köln ist einfach korrekt“, „Julia“ und „Ich will keine a-cappella“ animierte Eddie, Marc, Daniel, Ferenc und Clemens zu einer langen Reihe von Zugaben, die für sich genommen ein Programm hätten füllen können.

Nr.2 „Basta“ – Vorschau und Rückblick

Vorschau: Am 28. Januar 2005 startet das – nach den Theaterabenden mit dem Stück „Fremdeln“ – nächste und bereits mit riesigen Plakaten angekündigte Highlight des Jubiläumsjahres: Die Kölner a-cappella-Gruppe „Basta“ wird zu Gast im Rhein-Gymnasium sein.
Rückblick (vor Drucklegung dieser Festschrift): Der Abend mit BASTA war einfach hinreißend! In der ausverkauften Aula – mit Gästen aus Osnabrück und sogar Berlin – begrüßten Dr. Hoffmann als Hausherr und der Chor mit zwei Chaplin-Liedern das Publikum und die Gaststars. Sängerisch und tänzerisch einfach eine Klasse für sich, boten die fünf danach eine Super-Show, wobei sie auch die Zuhörer mehrfach zum Mitmachen animierten. Auch der Sprachwitz kam nicht zu kurz (Alleinunterhalter / Lara = Aral / Bratislava Lover), und natürlich fanden die CDs, T-Shirts und signierten Poster reichlichen Absatz.


(Fotos: Archiv Wise Guys und Basta / St. Schuchard und H. Paulus / Dr. Sepp Schönmetzler)

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